Rechter Göttervater im Kulturbeirat?

Über Kultur lässt sich ewig streiten. Was ein Bild zu einem Kunstwerk macht, wäre ein solches Thema. Auch wenn mir persönlich vieles nicht gefällt und ich es niemals kaufen möchte: ich plädiere dafür, dass Künstler ausdrücken dürfen, was sie zu sagen haben. Nichts einzuwenden ist auch gegen das verbriefte Recht, dass Regierungsparteien ein Vorschlagsrecht haben sollen für die Besetzung des Landeskulturbeirates, also jener offiziellen Organisation, die Empfehlungen für Ehrungen, Ankäufe und dergleichen abgibt. Dass auf diese Weise von der FPÖ ein Innviertler Künstler mit dem selbstgewählten Vornamen Odin (Wotan) nominiert wird, dessen Bilder perfekt in die Zeit des Nationalsozialismus passen, macht das Thema haarig. Noch dazu, wo derselbe Maler die Förderung einer feministischen Kollegin einst mit dem Ausdruck „weichherziges Weibergezücht“ zu verhindern versucht hat. Bekannt ist er geworden durch Publikationen in rechtsextremen Zeitschriften. Odin W. ist der Lieblingsmaler von FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer. Er soll künftig den Kulturgeschmack des Landes Oberösterreich mitbestimmen. Wie gesagt, alles rechtens. Aber die Frage bleibt und wird immer virulenter: auf welchen Koalitionspartner setzt hier eigentlich die ÖVP? Und zwar nicht nur in Oberösterreich, sondern auch im Bund? 

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