Fundamentale Parteikritik

Es ist ein altbekanntes Totschlagargument, das der frühere Salzburger Landeshauptmann Schausberger seinem Kollegen Arno Gasteiger nachwirft: sein Austritt aus der ÖVP, verbunden mit einer Fülle von Argumenten entspreche einem Reflex der Uralt-ÖVP, nämlich den jeweiligen Obmann zu kritisieren. Mir scheint, Schausberger verdreht die Sachlage. Es ist nämlich nicht uralt, sondern ziemlich neu, dass ein ehemaliger schwarzer Fahnenträger den Mund aufmacht und die Fahne abwirft. Aber nicht, weil ihm vielleicht bloß die Nase des Obmanns nicht passt, sondern weil unter seiner Führung die Partei eine völlig andere geworden ist. Dass jetzt der Zuspruch und die Zahlen dem türkisen Kurs Recht geben, mag stimmen, geht aber am Kern der Kritik vorbei: dass die ehemals angesehene christlich-soziale Partei der Mitte in bloß einem Jahr rechtspopulistisch, sozial kälter und zu einem Kurz-Anbetungsverein verkommen ist. Gasteiger tritt dagegen auf, Reinhold Mitterlehner tut es ebenfalls. Erstaunlich, wie viele andere sich nicht aus der Deckung trauen.

Ein Kommentar zu „Fundamentale Parteikritik

  1. Bert, wie Recht du hast. Wann werden die vielen unzufriedenen und ehemals mächtigen Granden der Schwarzen endlich aufstehen um den brutalen Rechtskurs zu beenden.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s